Dann bist du hier genau richtig.


Du erfährst, wie du beim Umbau und Neuplanung deiner Küche Schritt für Schritt vorgehst – und am Ende eine perfekt funktionierende Küche hast.

Ich hatte vor Kurzem ein Projekt für eine Familie, die in eine neue Wohnung gezogen ist. Sie wünschten sich, ihre bestehende Küche mitzunehmen, da in der neuen Wohnung noch keine vorhanden war. Ich freue mich immer, wenn ich bei solchen Projekten mithelfen darf! Die Herausforderung ist natürlich, dass der neue Raum selten genauso ist wie der, für den die Küche ursprünglich geplant wurde. Doch im Grunde gehe ich dabei vor wie bei einer komplett neuen Küche – nur mit dem Unterschied, dass die Elemente schon da sind. Gerade deshalb ist es wichtig, die Grundregeln der Küchenplanung im Blick zu haben.

Bevor du also startest, lohnt es sich, die wichtigsten Punkte zu kennen – für eine Küche, die wirklich zu dir und deinem Leben passt. Übrigens: Das lässt sich auch gut umsetzen, wenn du deine alte Küche im gleichen Raum neu organisieren oder modernisieren möchtest.

 

  1. Anschlüsse nicht mitgedacht

Wo sind die Strom- und Wasseranschlüsse im neuen Raum? Diese bestimmen meist, wo Spüle, Geschirrspüler, Ofen und Herdplatten hinkommen. Sollten die Anschlüsse nicht ganz zu deinen Abläufen passen, sprich am besten vorher mit Installateur:innen und Elektriker:innen, ob eine Verlegung möglich ist – oder denke die Optionen nochmal neu durch.

Es lohnt sich, die Abläufe wirklich gut zu überlegen und hier etwas mehr Zeit in die Planung zu investieren. So wird die Küche optimal zu deinen Bedürfnissen passen (siehe Punkt 2 und Punkt 3).


Mach am besten eine Liste mit all deinen Kleingeräten (Toaster, Kaffeemaschine, Airfryer etc. – und wenn du in der Küche gern dein Handy lädst, schreib das gleich dazu!). So wirst du dir bewusst, wie viele Steckdosen du brauchst. Zusätzlich auch für die Arbeitsplatte oder unter Hängeschränken einplanen!
Faustregel: eine Doppelsteckdose pro 1,5 m Wand.

Gerade bei der Planung einer bestehenden Küche sind Steckdosen und Anschlüsse oft die größte Herausforderung.

 

 

 

  1. Das Arbeitsdreieck nicht beachten

Die Wege zwischen Kühlschrank, Spüle und Herd sollten kurz sein – aber nicht direkt nebeneinander. Stell dir vor, du arbeitest in einem Dreieck: auf der einen Seite Wasser, auf der anderen Seite Herdplatten, und irgendwo dazwischen oder dahinter der Kühlschrank. So vermeidest du unnötige Wege, wenn du z. B. das Nudelwasser ausgießen musst oder schnell etwas aus dem Kühlschrank brauchst.

 

  1. Zu wenig Bewegungsraum

Gerade, wenn mehrere Personen gemeinsam in der Küche arbeiten, wird es schnell zu eng. Wenn Türen und Schubladen dann noch gleichzeitig geöffnet werden, merkt man sofort, wie knapp geplante Abstände die Abläufe erschweren.
Daher, wenn möglich, lieber großzügig planen – mindestens sollten es 90 cm Bewegungsraum vor Arbeitsflächen sein, vor Ofen und Geschirrspüler sogar 120 cm.

Überlege genau, wie deine Abläufe sind, und ob Platz genug ist, um aneinander vorbeizukommen oder Rücken an Rücken zu arbeiten. Du brauchst Ellenbogenfreiheit beim Kochen oder Abwaschen – darum ist eine Spüle oder ein Kochfeld, das direkt seitlich an einer Wand endet, nicht ideal.
Besser: mindestens 20 cm Arbeitsfläche dazwischen lassen, damit du dich frei bewegen kannst.

 

  1. Fehlende Arbeitsflächen

Zu wenig Platz zum Schneiden, Abstellen oder Anrichten ist ein häufiges Problem. Zwischen Spüle und Herd sollten mindestens 80–120 cm Arbeitsfläche eingeplant werden. Überlege auch, wo du Einkäufe abstellst oder wo schmutziges Geschirr steht, bevor es abgewaschen wird.
Deine Abläufe sind der beste Planungshelfer!

 

  1. Licht richtig planen

Viele übersehen, wie wichtig gutes Licht in der Küche ist. Mit gezieltem Licht über der Arbeitsfläche arbeitet es sich viel angenehmer. Wenn du Regale hast, eignen sich bewegliche Wandlampen oder Pendelleuchten mit schönen Glühbirnen.
Eine gute Allgemeinbeleuchtung sorgt zusätzlich für Übersicht – und denk daran, die Elektroauslässe (also die Anschlüsse für Leuchten) rechtzeitig mitzudenken.

 

  1. Alte Korpusse clever nutzen

Nicht immer muss alles neu sein – oft lässt sich eine bestehende Küche mit neuen Fronten oder einer neuen Arbeitsplatte erstaunlich gut anpassen. Eine Küche besteht meist aus Korpussen in Standardmaßen – so kannst du bestehende Elemente gut mit neuen kombinieren. Manche Tischler:innen sind sogar darauf spezialisiert, alte Küchenelemente zu modernisieren oder mit neuen Funktionen zu ergänzen.
So sparst du nicht nur Geld, sondern auch Ressourcen.

 


Planungstipp.

 

Mein Tipp für eine einfache Küchenplanung zu Hause: Zeichne den Grundriss deiner Küche im Maßstab 1:25, markiere die Anschlüsse und miss deine Elemente aus. Schneide sie als kleine Papierstücke aus und schiebe sie auf dem Plan hin und her – fast wie ein Tetris-Spiel. So findest du leichter die beste Anordnung.

 

Die Grundregeln nochmal auf einen Blick


Eine gut geplante Küche ist kein Zufall – sie entsteht, wenn Funktion, Raumgefühl und Alltag zusammenpassen. Wenn du Anschlüsse, Licht, Bewegungsraum und Arbeitsflächen von Anfang an mitdenkst, ersparst du dir später viel Ärger.

Und das Schönste: Auch eine bestehende Küche kann mit etwas Planung, neuen Fronten und kreativen Ideen ein echtes Update bekommen – nachhaltig, individuell und ganz auf dich abgestimmt.